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improve consult Newsletter 02/2019


improve consult – Reihe „Herausforderungen des stationären Handels“ Folge 2

Einzelhändler haben es heutzutage vielfach mit dem Omnichannel-Kunde zu tun. Der Omnichannel-Kunde bevorzugt den Einkauf kreuz und quer über alle Einkaufskanäle. Dabei legt er großen Wert auf eine nahtlose Verknüpfung der Einkaufsmöglichkeiten und die mobile Nutzbarkeit aller Informationen. Omnichannel-Retailing ist das Rezept für zukunftsorientierte Unternehmen.
Die isolierte Nutzung eines Verkaufskanals funktioniert heute nicht mehr. Es wird nicht länger nur online oder offline eingekauft, sondern kanalübergreifend. Die Bequemlichkeit und Flexibilität des Online-Shoppings wird dabei ebenso geschätzt wie der persönliche Service und die fachmännische Beratung des stationären Einzelhandels. Kunden haben, anders als so mancher Händler, schneller begriffen, dass sich stationärer Handel und Onlinehandel nicht ausschließen müssen oder sich der eine vom anderen bedroht fühlen muss.

Ziel des Omnichannel-Ansatzes ist es, alle Vertriebskanäle sinnvoll miteinander zu verbinden und dem Kunden eine ideal gestaltete „Customer Journey“ zu bieten, um ihn enger an die eigene Marke bzw. das Geschäft zu binden.

improve consult –
Wussten Sie schon?

 

Noch zeigt der Trend der eingereichten Insolvenzanträge in Deutschland nach unten. 2018 ist das neunte Jahr in Folge mit sinkenden Antragszahlen. Aber die Dynamik lässt nach. Gingen die Insolvenzzahlen 2016 und 2017 noch um jeweils rund 7% zurück, schlägt für 2018 ein Rückgang von nur noch 1,2 Prozent zu Buche. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr in Deutschland rund 19.000 Insolvenzen.

Auch bei den Großinsolvenzen (Unternehmen mit über 20 Millionen Euro Umsatz) gab es zwar einen Rückgang von 106 auf 96, aber im zweiten Halbjahr zog diese Zahl schon wieder an. 40 Großinsolvenzen in der ersten Jahreshälfte folgten in der zweiten 56 Unternehmens-pleiten.

Autozulieferer melden am häufigsten Insolvenz an!

Im vierten Quartal mussten gleich drei große Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen. Europoles, ein Hersteller von Masten und Trägersystemen aus der Oberpfalz, rutschte mit 1.200 Mitarbeitern und 140 Millionen Euro Umsatz in die Pleite. Dahinter folgen gleich zwei Autozulieferer: die Schweizer Group mit 900 Mitarbeitern und 143 Millionen Euro Umsatz sowie Mitec Automotive mit 871 Mitarbeitern und 181 Millionen Euro Umsatz. Insgesamt hat die Autozulieferindustrie im abgelaufenen Quartal sogar sieben Großinsolvenzen erlitten.

 

improve consult – Convenience Stores als neuer Trend

Die Kompaktfilialen der großen Handelsketten, sogenannte Convenience Stores, haben mittlerweile einen festen Platz in der deutschen Einzelhandelslandschaft. Laut einer neuen Studie erwirtschafteten Convenience Stores 2018 mit Snacks und ihrem verschlankten Sortiment an Waren des täglichen Bedarfs in Deutschland ein Umsatzvolumen von 13,2 Milliarden Euro. Das Geschäft mit dem kleinen Hunger zwischendurch wächst seit 2013 jährlich um 1,6 Prozent. Besonders die günstige Lage der kleinformatigen Märkte in Bahnhöfen, Fußgängerzonen, Raststätten und Tankstellen überzeugt die Mehrheit der Konsumenten von häufigeren Zwischenstopps in den Miniablegern der konventionellen Filialen.

Für die Einzelhandelskonzerne sind diese Kleinstfilialen insbesondere in Ballungszentren ein substantielles Zusatzgeschäft, das zudem mit über 7.000 Euro pro Quadratmeter eine um etwa 63 Prozent höhere Brutto-Flächenproduktivität als ihre konventionellen Supermarkt- und Nahversorgerkonzepte ermöglicht. So ist die Expansion in das Convenience-Segment anstatt in das Wettrüsten im Discount- beziehungsweise Supermarkt-Segment ein strategisches Investment in eine attraktive Nische.

Mobile Zielgruppe
Das Konzept der Convenience Stores trifft den Nerv der Zeit und ermöglicht es den Handelskonzernen, ihre Flächenproduktivität erheblich zu verbessern. Mit diesen neuen Vertriebslinien erreichen sie insbesondere eine junge, hochmobile Zielgruppe, die bereit ist, einen erheblichen Preisaufschlag für Lage, Produktauswahl und Frische zu bezahlen. Dabei ist die strategische Ausrichtung des Produktportfolios und des Ladenkonzepts auf die Kategorie „Foodservice“ erfolgskritisch. Schließlich bleiben Salate, Sandwiches, Wraps, Sushi, verzehrfertiges Obst und Gemüse sowie Backwaren die wachstumsstärksten Produktkategorien in diesem relativ neuen Marktsegment.

Um in diesem hart umkämpften Markt der Nahversorger für den schnellen und unkomplizierten Einkauf bestehen zu können, entwickeln die Händler nicht nur immer neue Produkt- und Servicekategorien, sondern setzen konsequent auf innovative Technik und digitale Initiativen, die das Einkaufen bequemer und schneller machen, um damit die Frequenz an kaufwilligen Kunden weiter zu erhöhen.

Amazon Go
Digitale Shopping-Technologien sind eines der großen Zukunftsthemen für den Einzelhandel – auch und gerade für Convenience Stores. Spätestens seit der Ankündigung des Marktstarts von Amazon Go ist klar, wohin sich der Einzelhandel eher kurz- als mittelfristig technologisch und strukturell entwickeln wird. In Bezug auf die Auswirkungen eines möglichen Amazon-Go-Markteintritts in Deutschland liefert eine Studie ebenfalls deutliche Zahlen. 30 Prozent der Befragten würden weniger und sieben Prozent sogar signifikant weniger in konventionellen Minimärkten, Tankstellenshops oder Kiosken einkaufen, wenn ein Amazon Go Store in der Nähe eröffnen würde.

In den kommenden zwei bis drei Jahren entscheidet sich, wer im deutschen Markt den Convenience-Trend im Lebensmittelhandel am erfolgreichsten für sich nutzen kann und die meisten neuen Minifilialen an den raren und teuren Hochfrequenzstandorten aufbaut. Dabei spielen nicht nur möglichst flächendeckende Kooperationen mit Partnern, wie Betreibergesellschaften von Bahnhöfen, Tankstellen und Autobahnrasthöfen eine entscheidende Rolle. Erfolgsentscheidend wird vor allem auch sein, wer seine Logistikprozesse und IT-Systeme erfolgreich auf diese kleinteiligen Vertriebsformate ausrichten kann.

improve consult steht Ihnen bei Rückfragen gerne zur Verfügung.

 
 
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